Iphone-Speicher voll

Mein Auftrag bei der GV der Freiburger Nachrichten: Beim Apéro Stimmen einfangen für ein Video. Neben Mitarbeitern und Aktionären sind viele lokale Politiker vor Ort. Sogar der Freiburger Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP) gibt sich die Ehre. Lange Zeit erfülle ich meinen Auftrag gut: Die Gäste antworten, die Kollegin fragt, ich filme.

Am Ende unserer Tour-de-Apéro schütteln wir noch Dominique de Buman die Hand und bitten ihn zum Interview. Zu Beginn läuft alles nach Plan. Nach einer Minute und 40 Sekunden der Schock: Iphone-Speicher voll! Genau als ich den höchsten Schweizer und FN-Aktionär vor der Linse habe.

Läuft! Nicht!

Was tun? Improvisieren! Ich beweise meine Fingerfertigkeiten am Iphone, lösche alle „unnötigen“ speicherfressenden Apps und tue gleichzeitig so, als würde ich weiterfilmen. Instagram-App, weg! Facebook, weg! Twitter, weg! Watson News, weg! SRF-Sport, weg! Candy-Crush, weg! Alles weg, möglichst schnell!

Hier runterziehen

Mein Screen vorher und nachher. 

Ich schaue mich um, ob jemand bemerkt, dass die Kamera nicht mehr läuft – scheint nicht so. Dem Weisswein, den Häppchen, dem Tratsch und Klatsch beim Apéro sei Dank. Als wäre nichts gewesen, starte ich nach zirka einer Minute die Kamera wieder und filme das Ende des Interviews.

In etwa so veränderte sich auch mein Gesicht während dem Interview.

Dominique de Buman wünscht den Freiburger Nachrichten zum Schluss viel Glück. Ich sage mit Schweissperlen auf der Stirn: Danke!

Später fühlt sich der Heimweg von Plasselb via Fribourg nach Bern wie ein Entzug an. Kein Unendlich-Scrollen oder Story-TV auf Instagram, kein Facebook-Check, kein BlaBla auf Watson, kein Candy-Crush spielen. Immerhin hat niemand etwas von der Aktion mitbekommen – upps, ich Plappermaul!

Weitererzählen via ...